Interkulturelle Zusammenarbeit

Interkulturelle Zusammenarbeit

Interkulturelle Zusammenarbeit

Durch den demografischen Wandel, die Globalisierung und Internationalisierung wird unsere Gesellschaft immer bunter und vielfältiger – ebenso wie die Arbeitswelt. Interkulturelle Zusammenarbeit und Kommunikation, ob im eigenen Team oder in der Kooperation mit Geschäftspartnern – kulturelle Vielfalt ist ein Gewinn für die Gemeinschaft und kann der Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Bereich sein. Ebenso wie Vorteile, gibt es auch Schwierigkeiten in der Internationalisierung. Die interkulturellen Differenzen zwischen Mitarbeitern zu überbrücken, stellt eine besondere Herausforderung dar, wenn die Mitarbeiter nicht ausreichend sensibilisiert und geschult sind. Um mögliche interkulturelle Missverständnisse und Probleme bei der Arbeit zu vermeiden können Sie sich hier ein paar Tipps abholen, um das gegenseitige Verständnis auszubauen und zu fördern.

Pünktlichkeit ist eine Tugend

Wie wir alle wissen, sind die Deutschen weltweit für ihre Pünktlichkeit und effektive Zeitplanung bekannt. Das unterscheidet die Kulturen voneinander – die Wichtigkeit der verschiedenen Werte variiert von Kultur zu Kultur. Für die arabische und afrikanische Lebensart sind beispielsweise Flexibilität, Spontanität und eine sehr ausgeprägte Beziehungsorientierung von hoher Signifikanz. Trifft man Bekannte, ist immer Zeit für eine angemessene Begrüßung und Beziehungspflege, auch wenn man deshalb später zu einem Termin kommt. Auf Grund dessen sind Kulturen flexibel und bei Planungen gut im Improvisieren. Diese Eigenschaften können eine wertvolle Ergänzung für Ihre Zeitplanung sein. Kommunikation ist hierbei das A und O.

Kommunikation – das A&O

Am beste kurz, knackig und direkt – so soll für viele Deutsche die Kommunikation im Alltag sein. Offen auf Fehler hinweisen oder konkrete und konstruktive Kritik äußern ist in der deutschen Arbeitskultur gang und gäbe und ein Zeichen für Effizienz. In multikulturellen Teams führt das oft zu Missverständnissen oder Konflikten. Direkte Kritik gilt in vielen Kulturen als respektlos und gilt dort als Bloßstellung und Blamage, welche möglicherweise die Zusammenarbeit stören kann. Hierbei bieten sich Feedbackregeln an, mit denen alle im Team einverstanden sind. Es können bestimmte Sätze ausgewählt oder definiert werden, die unzulässig sind. Auch bei sachlich vorgetragener Kritik ist im Umgang mit den meisten anderen Kulturen viel Fingerspitzengefühl gefragt.

Ausgiebiges Lob, Komplimente oder Höflichkeitsformen werden in der deutschen Kultur als überflüssig angesehen, weshalb sie im Vergleich mit anderen Kulturen als sehr sachlich und nüchtern gilt.  Im Orient hingegen nimmt man sich Zeit für Small Talk und den ernstgemeinten Aufbau persönlicher Beziehungen, in die auch die Gegenseite wie beispielsweise Geschäftspartner*innen viel Zeit und Energie investieren. Hierbei wird nicht so strikt zwischen berufliche und private Themen getrennt wie in Deutschland. In einem solchen Umfeld wirkt die sachliche deutsche Art schnell ablehnend. Damit diese kulturellen Unterschiede nicht zum Problem werden, setzt man sich bei Bedarf zusammen und begründet, weshalb die nüchterne Art der Deutschen keinesfalls negativ gemeint ist und man im Berufsleben oft auf kurze und direkte Kommunikation trifft.

Nicht nur die verbale Kommunikation spielt hier eine Rolle. Neunzig Prozent der zwischenmenschlichen Verständigung besteht aus dem non-verbalen Teil. Gestik, Mimik oder etwa Distanzzonen unterscheiden sich je nach Kultur. Fehlender Blickkontakt kann je nach Kultur Desinteresse, Verlegenheit oder Respekt zum Ausdruck bringen. Ebenso viel kann ein Händedruck verschiedene Aussagen haben – in der einen Kultur zeigt es von Unsicherheit und in der anderen wiederum von gutem Benehmen. Allein kleine Nuancen in der Mimik oder Gestik des Gegenübers können für Irritationen und Unsicherheiten, im schlimmsten Fall zu Missverständnissen führen, die das Projekt scheitern lassen, weil die Mitarbeiter nicht mehr zusammenarbeiten können oder wollen. Gehen Sie offen in eine Besprechung rein, achten Sie auf die Grundhaltung des Körpers: angespannt, entspannt, verschränkt oder offen. Das Gleiche gilt für Bewegungen im Schulterbereich – das sind universelle Aussagen. Im besten Falle sollten Sie sich vor dem ersten Treffen über die kulturellen Gepflogenheiten Ihrer Gesprächspartner informieren, um mögliche Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Autorität oder Coach?

Während in einigen Kulturen der Chef mehr die Rolle des Coachs einnimmt, wird in anderen dieser als respektierte Autorität und Führungskraft mit besonderen Privilegien und Statussymbolen unterstützt. Als Vorgesetzte entscheiden sie in vielen Kulturen allein und tragen die Verantwortung. Hierbei gehen die Kollegen bei Entscheidungen oftmals den üblichen Dienstweg, der üblicherweise nicht über die Mitarbeiter sondern direkt über den Chef läuft und daher nicht zwangsläufig ein Zeichen von gegenseitigem Misstrauen ist.

Heutzutage werden auch in Deutschland Hierarchien durchaus hinterfragt und ein Team erwartet meist, in Entscheidungsprozessen mit einbezogen zu werden. Selbstständiges Arbeiten und Eigeninitiative sind für ein Unternehmen ein großes Plus. Anders sieht es für Kollegen aus asiatischen, arabischen oder afrikanischen Kulturkreisen aus Hier basieren die Arbeitsschritte meist auf kleinschrittigen Anleitungen und regelmäßiger Kontrolle, die durch Vorgesetzte üblich sind. Klare Anweisungen und häufiges Nachfragen wird als ein Zeichen des Interesses und der Wertschätzung durch den Chef gesehen. Um das Arbeitswesen des anderen vollkommen zu verstehen, sollten Sie sich mit Ihrem Kollegen zusammensetzen und über Ihre Erwartungen und die Arbeitsweise sprechen, um mögliche Missverständnisse zu vermeiden. Um den besten Weg zum Erfolg zu bestreiten, empfehlen sich Initialveranstaltungen. Beispiele dafür sind während oder nach der Arbeitszeit, soziale Events, die vom Unternehmen gesteuert werden und alle Mitarbeiter einbeziehen. Ebenso sind Offenheit, Lernbereitschaft und Interesse an anderen Kulturen ein großer Schritt in die richtige Richtung. Hier gilt es, die kulturell unterschiedlichen Motivatoren zu suchen und diese zu unterstützen.

Der Blick über den Tellerrand

Schon seit langer Zeit ist klar, dass interkulturelle Zusammenarbeit große Vorteile gegenüber der Arbeit in monokulturellen Teams vorweisen kann. Verschiedene Kulturen, Ursprünge und Erfahrungsschätze bedeuten unterschiedliche Sichtweisen und Ideen. Es folgt ein angeregterer Austausch und gesteigerte Kreativität, was letztlich zu mehr und besserem Output führt. Grundlage für ein gelungenes Miteinander im internationalen Kontakt ist Toleranz. Nicht die größtmögliche Anpassung jeder Seite, sondern vielmehr das Wissen um die eigenen und anderen Werte und deren Hintergründe helfen, andere Kulturen zu verstehen. Somit fühlen sich andere Kulturen dadurch von Firmen vertreten, zu denen sie vorher vielleicht keinen Bezug gefunden haben, und werden dadurch zu neuen Kunden. Neue Märkte lassen sich mit der Hilfe von Experten der jeweiligen Kulturen deutlich schneller und reibungsloser erschließen, und grobe Verstöße gegen Normen oder Werte der Kulturen lassen sich so vermeiden.

Auch für die Mitarbeiter im Unternehmen hat die interkulturelle Zusammenarbeit Vorteile. Die Arbeit mit Menschen aus anderen Kulturen sorgt für den Abbau von Vorurteilen und ein besseres Betriebsklima. Außerdem tendieren Unternehmen, die mit Diversität unter Arbeitnehmern werben können, zu einem besseren Ruf und sind als Arbeitgeber beliebter.

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